Engel der Nacht

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Wir sind die Kinder der Dunkelheit. Sie nennen uns Engel, weil das nach Unschuld klingt, nach etwas, das noch nicht fertig ist. Unberührt, formbar, weich. So stellen sie sich vor, wie wir wären. Wesen der Freiheit.

Wir atmen die Nacht in kalten, feuchten Wölkchen.

Du bist neu hier, das spüren wir. Du bist so still, deine Gedanken sind ein Klumpen aus unzulänglichen Worten. Du spürst die Kälte noch. Oder? Ist es nicht so? Doch es ist nicht die Nacht, die dich erzittern lässt. Merkst du das nicht? Du trägst deine Seele wie einen Umhang um deine Schultern. Sie wärmt dich nicht mehr. Du spürst sie nicht mehr im Rhythmus deines schlagenden Herzens, so wie früher, wie zuvor. Das sind die Erinnerungen, siehst du, wie sie davonfliegen? Schmetterlinge mit gebrochenen Flügeln.

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