Flüstern

Wir reden miteinander, doch wir erzählen uns nichts.

Wir formen unser Ich und Du und Wir und ein Fürimmer, das bereits blass und spröde aussieht, als wir es an unsere Wand hängen und ansehen und lächeln dabei, jeder nur für den anderen, nicht für sich selbst.

Wir reichen uns die Hände und schenken uns unsere Träume, doch nur die kleinen, die großen behalten wir für uns.

Wir malen Bilder in zahlreichen Farben und schweigen, wenn sich in uns alles schwarz anfühlt.

Wir blättern in Zeitungen und sprechen von morgen und vergessen bereits, was gestern gewesen ist.

Wir denken, wir könnten größer und besser und schöner sein als alles, was wir kennen, und wenn uns jemand fragt, fällt uns manchmal der eigene Name nicht ein.

Wir liegen nebeneinander, doch berühren uns kaum.

Wir lauschen dem Wind draußen in den Bäumen, den Stimmen von Menschen, die wir nicht kennen, es riecht nach Regen, der nicht fällt.

Unsere Gedanken sind leiser als ein Flüstern und du fragst: Schläfst du schon?

Und obwohl ich nicht schlafe, antworte ich nicht.

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2 Kommentare zu „Flüstern“

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