London #1 – Ein Zuhause

„Wir sind da“, sage ich und lächle der Frau neben mir zu. Sie streicht sich ein paar blonde Strähnen aus dem Gesicht. Ein warmer Blick, der unsere Umgebung langsam taxiert, sie aufsaugt, Stück für Stück.

Das ist dein Zuhause, denke ich, und meine damit nicht direkt den Flughafen, sondern all das da draußen, die Stationen der Subway und der Overground, die Häuser, die Themse und die Kanäle, die Brücken, die Fußgängerzonen, die leisen Straßen zwischen Covent Garden und Leceister Square, die noblen Gebäudezüge in Chelsea, die Parks, nicht mehr als Wiesen und ein paar Bäume, manche noch mit Seen und Schwänen und Eichhörnchen, die Pubs und die Theater, selbst die Stadtteile außerhalb des Zentrums, die schwere, durchnässte Luft, der Wind, die Touristen, das melodiöse Englisch, der rosafarbene Himmel bei Sonnenuntergang.

Weiterlesen „London #1 – Ein Zuhause“

Zukunft

Nein, haben sie gesagt, mach das nicht.

Das Leben ist voller Lücken, sagten sie, voller Hügel und Gräben, die man nicht sehen kann, wenn man ganz am Anfang steht. Denk daran, vergiss das nicht. Leg dir nicht noch zusätzlich Hindernisse in den Weg.

Sie sagten, ich könnte sicher und weich laufen, ich könnte einen Teppich über die Steine breiten, die ich selbst schon angefangen habe heranzuschleppen. Ich könnte Tage leben, die ruhig und gleichmäßig verlaufen oder zumindest sicher, ich könnte Urlaube planen und einen Fernseher kaufen, ein Haus mit Garten. So könnte alles sein, das sagten sie.

Weiterlesen „Zukunft“