Regenmelodie

Regen. Ein Lied an der Fensterscheibe. All diese unterschiedlichen Töne, verbunden in einem Rhythmus, der sich fortwährend verändert. Ganz ruhig begonnen hat er. Zögernd. Wie eine Geschichte erzählten die Tropfen vom Ende der Welt, als wäre das etwas, das noch lange auf sich warten lässt. Etwas, das man selbst nie erleben wird.

Ganz still liege ich. Keine weiteren Geräusche, nicht einmal das Ticken einer Uhr. Uhren braucht man nicht, wenn die eigene Zeit stehenbleibt.

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Die Inspiration der Nacht

Wahrscheinlich kennt das jeder kreative Mensch: die Inspiration der Nacht. Diese trügerische, wundervolle Kraft, die man am besten spüren kann, wenn das Leben der anderen schweigt.

Manchmal sitze ich tagsüber stundenlang vor dem Rechner und schaffe es nicht einmal, einen grammatikalisch korrekten Satz zu tippen, geschweige denn einen, der Handlung, Stimmung, Emotionen oder Charakter transportiert. Und abends, wenn ich bei der depressiven Musik und dem fünften Glas Wein angekommen bin, geschieht alles wie von selbst. Staunend beobachte ich meine eigenen Finger dabei, wie sie losgelöst von mir (nur geistig, nicht physisch) der Tastatur Buchstaben um Buchstaben entlocken, wie sie nahezu tanzen in ihrem Größenwahn. Die Welt atmet langsamer, der Lärm und die Sorgen und die Gedanken des Tages haben sich zurückgezogen in schattige Ecken.

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