Momente

Der Tag zersplittert in winzige Momente. Er riecht nach Jasmin und Schokoladeneis, er schmeckt wie ein Tag, den es schon einmal gegeben hat, nur ein bisschen süßer vielleicht oder etwas bitterer, je nachdem. Er ist voller Farben, die sich fortwährend verändern.

Zum Beispiel das goldgrüne Funkeln der Sonne auf Ahornblättern, bevor Wolken ihnen den Glanz nehmen. Das Schimmern der Luft mit ihren Blüten und Pollen, bevor der Sommer endgültig kommt. Zerstreutes Kinderspielzeug – blaue Plastikeimer mit roten Schippen daneben, eine Holzeisenbahn von beigem Braun -, bevor sich der Abend über einen verlassenen Spielplatz senkt. Ich sage ein paar Worte, mit denen eine Freundschaft beginnt. Ich denke einen Gedanken, mit dem eine andere endet.

Ein paar flüchtige Eindrücke, verschwommen wie fleckige Tinte auf brüchigem Pergament. Daraus baue ich mich selbst, ein poröser Erinnerungsteppich aus zersplitterten Momenten.

Doch ich bemerke nicht mal die leise Melodie, die die Blätter der Trauerweide auf dem Wasser spielen, wenn der Wind sie bewegt. Den Blick eines Fremden, der haltlos wirkt und dann aufleuchtet mit einem Mal, als hätte sich etwas in ihm verändert. Bemerke nicht, dass das, was hinter mir mit leichtem Klirren auf den Kiesweg fällt, einer meiner Träume war. Wie das, was ich wollte, in der Gegenwart zerrinnt.

Nur noch einen Moment, sagst du. Nur noch einen Moment.

Dabei ist alles, was wir haben, dieser eine Augenblick.

Advertisements

1 Kommentar zu „Momente“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s